Einreise in den Iran: Das “Visa on Arrival”

Im Folgenden berichte ich euch über meine Einreise in den Iran und die damit verbundene Beantragung des „Visa on Arrival“. Wie ihr anhand der Einreisebestimmungen des Auswärtigen Amtes nachlesen könnt, gibt es natürlich auch den konventionellen Weg der Beantragung eines touristischen Visums über iranische Botschaften oder Konsulate, jedoch wählte ich den Weg des „Visa on Arrival“, wodurch ich auch nur diesbezüglich berichten kann.

Voraussetzung für das „Visa on Arrival“ ist zunächst, dass ihr über einen der internationalen Flughäfen des Iran einreist. Dies muss nicht zwangsläufig Teheran sein, was durchaus Sinn ergeben kann, wenn man etwa aus einem Land in der Region einreist oder grundsätzlich flexibler bei der Gestaltung der Route sein möchte. Offiziell gibt es das „Visa on arrival“ an folgenden Flughäfen: Teheran, Shiraz, Isfahan, Tabriz, Mashhad und Kish.

Ich habe am Flughafen in Teheran die Erfahrung gemacht, dass sich die offiziellen Bestimmungen für das „Visa on Arrival“ nicht unbedingt mit der tatsächlichen Praxis vor Ort decken. Offiziell benötigte Dokumente sind Folgende:

  • Reisepass (Gültigkeit: Mindestens 6 Monate ab Einreisedatum)
  • 2 biometrische Passfotos für das Visum
  • Auslandsreiseversicherung, die namentlich für den Iran gilt
  • Auslandsunfallversicherung, die namentlich für den Iran gilt
  • Einladungsschreiben oder Reservierungsbestätigung der ersten Unterkunft im Iran
  • Bestätigung des Ausreiseflugs
  • Bargeld zum Bezahlen des Visums (Euro oder US-Dollar)

Im Endeffekt benötigte ich bei meiner Einreise jedoch lediglich Folgendes:

  • Reisepass (Gültigkeit: Mindestens 6 Monate ab Einreisedatum)
  • Auslandsreiseversicherung, die namentlich für den Iran gilt
  • Reservierungsbestätigung der ersten Unterkunft im Iran
  • Bargeld zum Bezahlen des Visums (Euro)

Der Ablauf läuft folgendermaßen: Nachdem man aus dem Flugzeug aussteigt, folgt man zunächst der Beschilderung Richtung Gepäckausgabe. Nach einigen Metern werden die meisten Richtung Passkotrolle gehen, vorwiegend natürlich iranische Staatsbürger. Hier müsst ihr stattdessen der Beschilderung „Visa“ folgen. Auf dem Weg werdet ihr möglicherweise von jemandem aufgehalten, wobei man euch eine Versicherung verkaufen möchte. Da ihr diese im Idealfall bereits habt, lauft ihr einfach weiter bis zu den Visa-Schaltern. Dort geht es etwas hektisch und ungeordnet zu, wichtig ist aber, dass ihr euch ein Einreiseformular geben lasst, in das ihr dann sämtliche relevanten Daten eintragen müsst. Hierbei solltet ihr auch unbedingt Adresse und Telefonnummer eurer ersten Unterkunft bereithalten. Solltet ihr vorher gefragt werden, ob ihr eine Einladung habt, verneint dies. Gleichzeitig müsst ihr den Herren hinter den Schaltern eure Nationalität verraten, woraufhin ihr einen Zettel bekommen werdet, wie viel Euro ihr zahlen müsst. Für deutsche Staatsbürger belaufen sich die Kosten auf 75€. Nebenbei wird auch noch eure Auslandsversicherung gecheckt. Merkt euch am besten, wo in dem Schreiben das Wort „Iran“ auftaucht und deutet direkt drauf, um ein wenig Zeit zu sparen.

Nachdem ihr an der Kasse den Betrag gezahlt habt und euch eine Quittung habt geben lassen, geht ihr mit eurem Reisepass, der Quittung und dem ausgefüllten Formular zu einem der Schalter und übergebt die Dokumente. Nun heißt es warten. Bei mir hat es leider über 2 Stunden gedauert, also nehmt euch etwas zu lesen mit (das WLAN hat leider nicht funktioniert)! Manche mussten nur sehr kurz warten, offiziell sagen die Herren hinter den Schaltern aber, dass es manchmal auch bis zu 3 oder 4 Stunden dauern kann, also ist Geduld angesagt. Am Ende wird dann euer Name gerufen und ihr erhaltet euer Visum!

Zu beachten gilt folgendes:

  • Es kann sein, dass euch zwischenzeitlich Fragen gestellt werden. Bleibt da ganz gelassen und beantwortet alle Fragen korrekt. Meistens geht es um die Unterkünfte oder Stationen innerhalb eurer Reise, also habt am besten ein paar Namen von Unterkünften oder Städten parat sowie die Bestätigung eures Rückfluges).
  • Auch wenn meine Erfahrung gezeigt hat, dass man nicht alle offiziell verlangten Dokumente benötigt, empfiehlt es sich dennoch, sie alle dabei zu haben, da man nie wissen kann, ob sich die Praxis ändert oder es Unterschiede zwischen den Flughäfen gibt.
  • Bezüglich eures Gepäcks müsst ihr euch keine Sorgen machen. Auch wenn die Ausstellung des Visums mehrere Stunden dauert, wird euer Gepäck für euch aufbewahrt.
  • Im Normalfall wird das Visum für 30 Tage ausgestellt.
  • Kontrolliert einige Tage vor eurer Einreise am besten nochmal die Seite des Auswärtigen Amtes, um über entsprechende Änderungen oder Reisewarnungen Bescheid zu wissen.

Insgesamt ging alles sehr reibungslos und lediglich die lange Wartezeit ist zu bedenken. Ich denke, dass dies eine gute Alternative zum konventionellen Antrag bei einer Botschaft darstellt, gerade wenn ihr im Vorfeld eurer Einreise nicht viel Zeit habt. Nun heißt es: Viel Spaß im Iran!

4 Replies to “Einreise in den Iran: Das “Visa on Arrival””

  1. Super Info! Ich wollte auch schon immer mal in den Iran reisen. Mal sehen, wann ich es schaffe 😉
    Lg Miriam

    1. Liebe Miriam, ich kann nicht aufhören, es nur jedem zu empfehlen 🙂
      Viele Grüße
      Sebastian

  2. Wow, der Iran muss in der Auslandskrankenversicherung explizit genannt sein?
    Die sind ja penibel und ich dachte Singapur sei schlimm 🙈
    Sehr gute Infos auf jeden Fall!
    Hätte nicht erwartet, dass das da so krass ist. Auch die Unfallversicherung.. Wow!

    Viele Grüße aus SOA✌
    Michelle | The Road Most Travelwd

    1. Liebe Michelle,
      im Endeffekt ist das Ganze einfacher, als es sich anhört. Viele Versicherer wissen Bescheid darüber, dass einige Länder da etwas strenger sind und haben vorgefertigte Schreiben, die sie einem jederzeit zur Verfügung stellen. Ich empfehle dir die HanseMerkur. Dort hatte ich nie Probleme, ein solches Dokument zu erhalten 🙂
      Viele Grüße nach Singapur!

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