Südkorea – Eine Einführung

Bereits seit Jahren spielte ich mit dem Gedanken, eines Tages Südkorea zu bereisen, einem Land, über das man in Deutschland nicht allzu viel hört, wie ich finde. Der ein oder andere Fußballprofi aus Südkorea spielt(e) in der Bundesliga, dazu kennt sicherlich jeder Unternehmen wie Samsung, Hyundai oder LG und manche darüber hinaus die wohl berühmteste Beilage der koreanischen Küche, Kimchi. Doch mehr oder weniger „eingezwängt“ zwischen den großen Nachbarn China und Japan sowie dem politisch kontroversen und dadurch immer häufiger in den Medien auftauchenden Nordkorea, sind Nachrichten aus Südkorea in Deutschland doch verhältnismäßig klein an der Zahl.

Zunächst möchte ich euch – und dies plane ich zukünftig für die Vorstellung jedes neuen, von mir bereisten Landes – einige allgemeine Infos zu Südkorea geben, damit ihr einen kleinen Überblick bekommt:

Hauptstadt: Seoul

Bevölkerung: 51.500.986 (27. Platz der bevölkerungsreichsten Länder der Erde, Stand: Oktober 2015)

Landesfläche: 100.284 km² (106. Platz der größten Länder der Erde)

Währung: Won

Bekannt für: Kimchi, Samsung, Hyundai, Psy – Gangnam Style, Korea-Krieg/Konflikt mit Nordkorea, K-Pop, Taekwondo

Die Tatsache, dass ich zum Zeitpunkt meiner Reise in Japan wohnhaft war (Mai 2016), stellte sicherlich eine zusätzliche Motivation für mich dar, Südkorea zu bereisen, war der zeitliche und finanzielle Aufwand für die An- und Abreise doch ungemein niedriger als es Selbiger aus Deutschland gewesen wäre.

Während meiner achttägigen Reise besuchte ich neben der Hauptstadt Seoul die im Süden gelegene Großstadt Busan und macht einen Ausflug an die Grenze Süd- und Nordkoreas.

Insgesamt muss ich sagen, dass die acht Tage Aufenthalt mir zwar einen sehr guten ersten Eindruck über das Land, dessen Leute und auch dessen Kultur vermitteln haben, diese jedoch definitiv zu kurz waren, um das Land in seiner Gänze zu begreifen. Ungeachtet dessen hat sich mir das Land von seiner besten Seite gezeigt und dies nicht nur aufgrund des tollen Wetters, das ich vor Ort genießen durfte.

Südkorea zu bereisen stellte sich – trotz nicht vorhandener Sprachkenntnisse – als sehr unkompliziert heraus. Trotz der Nähe zu Nordkorea fühlt man sich stets sehr sicher; darüber hinaus ist das Land bestens auf den ausländischen Tourismus eingestellt. Englischsprachige Schilder und Informationen sind in Seoul und Busan die Regel, der Nahverkehr versteht sich selbstredend und viele Menschen – etwa in Cafés oder Restaurants – sprechen Englisch und verfügen häufig über englischsprachige Menüs oder wenigstens Fotos der angebotenen Speisen.

Die Menschen in Südkorea kamen mir alle ein wenig direkter und in gewisser Weise auch offener vor als etwa Japaner. Während letztere mir häufig verschlossen oder zumindest schüchtern vorkommen, habe ich es in Südkorea häufiger erlebt, dass ich auf der Straße einfach angesprochen wurde und man Smalltalk mit mir hielt, was in Japan so gut wie nie vorkommt. In Sachen Direktheit fiel mir als zugegebenermaßen möglicherweise unscheinbares Beispiel auf, dass sich die Menschen in Südkorea beim Einsteigen in die U-Bahn nicht wie in Japan in Reih‘ und Glied aufstellen und warten, bis alle ausgestiegen sind, sondern das Drängeln bevorzugen, was mir allerdings auch nicht unbedingt negativ in Erinnerung bleiben wird. Wenn wir schon mal bei dem Thema U-Bahnen sind, möchte ich erwähnen – und dies wird mir positiv in Erinnerung bleiben – dass in Südkorea die Plätze für behinderte Menschen und Senioren sehr respektiert werden. Soll heißen, dass, selbst wenn die Bahn komplett leer ist, junge Menschen sich bewusst nicht auf diese Plätze setzen.

Ein weiterer Unterschied zwischen Südkorea und Japan war das Auftreten von Pärchen in der Öffentlichkeit. Während man in Japan kaum Pärchen sieht, die ihre Beziehung in der Öffentlichkeit zeigen und die es gar vermeiden, öffentlich Händchen zu halten, sind Südkoreaner diesbezüglich doch deutlich offener. Zu guter Letzt fällt gerade in Seoul auf, wie sehr die Menschen auf ihr Äußeres achten und sehr auf Aussehen und Stil bedacht sind. Jede/r zweite Südkoreaner/in würde in Europa wohl ohne Zögern als klassischer Hipster durchgehen.

Besonders positiv in Erinnerung bleiben wird mir die koreanische Küche, die sich durch verschiedene Facetten auszeichnet. Zum einen ist sicherlich die Schärfe ein Hauptmerkmal der Landesküche, denn Südkoreaner mögen es sehr, pikante und zum Teil wirklich scharfe Gerichte zu essen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr, solltet ihr scharfe Gerichte nicht mögen oder essen können, keine Alternativen finden werdet, also keine Sorge! Zum anderen ist die Vielzahl an verschiedenen Beilagen typisch, wodurch man zu bestimmten Mahlzeiten schon mal acht bis zehn verschiedene Tellerchen vor sich stehen haben kann. Interessant fand ich die Tatsache, dass Koreaner mit Metallstäbchen essen, was der Legende nach dazu diente, in früheren Zeiten anhand von Verfärbungen zu erkennen, ob eine Mahlzeit vergiftet wurde. Obligatorisch zu den meisten Gerichten ist ein Tellerchen mit Kimchi. Außerdem liebt die koreanische Bevölkerung es wahrlich, Essen und Trinken ausgiebig miteinander zu vereinen. Zu einem koreanischen Barbecue dürfen Bier und Soju (koreanischer Reisschnaps) keinesfalls fehlen!

Grundsätzlich bleibt mir in Bezug auf Südkorea noch zu sagen, dass das Land sich durch eine Variation an verschiedenen Landschaften auszeichnet. So hat man abseits der großen Städte viele sowohl kleinere als auch ernstzunehmende Berge und natürlich einen weitreichenden Meerzugang. Die kulturellen Stätten bereichern dazu jeden Aufenthalt in Südkorea, sodass ich eine Reise in dieses interessante Land jedem nur ans Herz legen kann! Ich hoffe, eines Tages wieder dorthin reisen zu können, um auch mal kleinere Orte und das ländliche Südkorea kennen zu lernen, denn sind es nicht gerade die kleineren, abseits der Touristenrouten gelegenen Orte, die viel mehr über ein Land erzählen?

 

 

8 Replies to “Südkorea – Eine Einführung”

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    packer

    1. Hello Abetsjex, thanks a lot for your comment!
      Cheers, Sebastian

  2. Schön, einen Bericht über Korea zu finden. Irgendwann reise ich vielleicht selbst dort hin, da ich hobbymäßig Taekwondo mache ist das einigermaßen naheliegend.
    Das Essen auf dem ersten Foto sieht schon scharf aus :O ich hoffe es hat geschmeckt?

    LG nao

    1. Hallo Naomi, danke für deine netten Zeilen! Schön zu sehen, dass du aktuell in Japan wohnst, ein tolles Land. Ich empfehle dir auf jeden Fall, Südkorea zu besuchen, vor allem, da du schon so sehr in der Nähe wohnst. Ich hoffe, dass du es zeitlich und finanziell einrichten kannst 🙂 Das Essen ist in der Tat sehr lecker und ziemlich scharf, was super ist, da ich scharfes Essen liebe!

      Eine gute Zeit in Japan,
      Sebastian

  3. Da werden Erinnerungen wach an die Reiseberichte meiner Großeltern über Südkorea. Vielen Dank dafür.

    Viele Grüße

    Kathy von Ahoi und Moin Moin

    1. Hey Kathy,
      das klingt interessant! Wann waren denn deine Großeltern dort? Sollte das schon etwas länger zurückliegen, so war es bestimmt mega spannend und nochmal ganz anders als heute 🙂
      Viele Grüße
      Sebastian

  4. Ein toller Artikel über ein etwas anderes Reiseziel, was ich bisher eigtl.nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Da ich essentechnisch aber immer recht neugierig bin auf so ein landestypisches Zeugs würde mich das alleine deshalb schon mal reizen – von der Natur mal ganz zu schweigen. Ich möchte eh irgendwann mal nach Japan vllt lässt sich das dann miteinander kombinieren … würde sich ja anbieten wenn man schon mal ‘in der Nähe’ ist.

  5. Hey,

    ein sehr schöner Bericht über Südkorea. Ich war letztes Jahr zweimal in Seoul und es hat mir sehr gut gefallen. Viele Sachen, die du schreibst, kann ich nur bestätigen. Auch wir sind oft auf der Straße angesprochen worden, sobald wir etwas verloren aussahen, wurde uns Hilfe angeboten und auch das koreanische Essen fand ich super. Das die Leute sehr auf ihr Äußeres achten ist mir auch sehr aufgefallen. Auf jeden Fall möchte ich noch mal nach Südkorea reisen und noch mehr vom Land sehen außer Seoul.

    Viele Grüße
    Peggy

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