Weißrussland – Eine Einführung

Am 25. Juni ging es am frühen Morgen endlich los! Meine sich insgesamt über drei Monate erstreckende Reise sollte endlich beginnen und damit auch eine Reise, die mich meinem Ziel, 100 Länder auf der Welt zu bereisen, näherbringen sollte.

Erstes Ziel der Reise und damit Land Nummer 45 auf meiner Liste: Weißrussland! Einführend muss man wohl sagen, dass Weißrussland, das auch unter dem Namen Belarus bekannt ist, nicht unbedingt zu den touristischen Hauptdestinationen Europas oder gar der Welt gehört. Überhaupt ist in den deutschen Medien relativ selten die Rede von dem osteuropäischen Land, das politisch eng mit dem großen Bruder Russland verknüpft ist und sich an den Außengrenzen der Europäischen Union befindet. Auch gestaltete sich eine touristische Reise nach Weißrussland bis vor kurzem als relativ aufwendig, was die Beschaffung eines Visums anbelangte. Glücklicherweise – und somit auch ein wichtiger Grund, weshalb ich, neben meinem allgemeinen Interesse an touristisch eher exotischen Staaten, Weißrussland in meine Reiseroute aufnahm – gibt es seit einiger Zeit ein 5-Tages-Visum für eine Vielzahl an ausländischen Touristen, so auch für deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Zunächst jedoch ein paar allgemeine Infos zu Weißrussland!

Hauptstadt: Minsk

Bevölkerung: ca. 9.500.000 (68. Platz der bevölkerungsreichsten Länder der Erde, Stand: 2016)

Landesfläche: 207.595 km² (86. Platz der größten Länder der Erde)

Währung: Weißrussischer Rubel (BYN)

Bekannt für: Präsident Lukaschenko, Aljaksandr Hleb, BATE Borisov

Da ich der Hauptstadt Minsk einen eigenen Blogeintrag widmen möchte, soll sich dieser Beitrag vor allem mit meinen allgemeinen Eindrücken von Weißrussland befassen und einen einführenden Charakter haben.

Zunächst einmal fiel mir bereits bei meiner Ankunft am Minsker Flughafen, besonders aber in der Innenstadt auf, dass die Einheimischen es immer noch eher nicht gewohnt zu sein scheinen, Touristen in ihrer Stadt zu sehen, besonders wenn es sich dabei um Backpacker handelt. Dies macht sich besonders an den großen, fragenden Augen weißrussischer Kinder bemerkbar, was nicht bedeutet, dass nicht auch Erwachsene einen interessiert bis skeptisch mustern und sich womöglich fragen, was dieser Mensch wohl alles in seinen zwei großen Rucksäcken transportiert. Allgemein sind viele Beschilderungen auch in englischer Sprache bzw. mit lateinischen Buchstaben zu finden, was das generelle Zurechtfinden in Minsk und Umgebung für mich, der des kyrillischen Alphabets nicht mächtig ist, sehr einfach gestalten ließ.

Was mir bezüglich der Menschen in Weißrusslands Hauptstadt auffiel, ist deren Freude, möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen. Besonders viele junge Leute und Pärchen sieht man in den vielen Parkanlagen Minsks herumlaufen, auf Bänken sitzen, musizieren, skaten oder einfach entspannen, was ich als sehr sympathisch empfand.

Ein weiterer Eindruck, der sich mir sehr schnell offenbarte, war ein permanentes Gefühl der Sicherheit. Weißrussland wirkte stets äußerst sicher sowie aufgeräumt und gut organisiert. Die wenigen Menschen, die ich etwa nach Wegen fragte oder die mich in Restaurants und Cafés bedienten, waren trotz zum Teil fehlender Englischkenntnisse stets hilfsbereit und freundlich.

Die Küche in Weißrussland ist stark an die russische Küche angelehnt und demnach deftig, häufig mit viel Fleisch, Wurst und Kartoffeln oder Reis als Beilage. Alles in allem muss ich gestehen, dass mir die Gerichte alle ein wenig zu fettig waren, auch wenn sie mir sehr gut schmeckten.

Was permanent auffällt, wenn man sich in Minsk aufhält, ist die Tatsache, dass die Einheimischen, mindestens aber die Regierung, die Nationalfarben rot, grün und weiß zu lieben scheinen. Es gibt wenige Ecken in der Stadt, welche nicht geschmückt sind durch Flaggen, Schleifchen oder Ähnlichem in eben diesen Farben, was etwa in Deutschland, bedingt durch dessen Geschichte, sicherlich undenkbar wäre.

Alles in allem war mein Aufenthalt in Weißrussland sehr interessant und positiv, obgleich es sehr schade ist, dass man durch die Einreisebestimmungen fast schon gezwungen ist, möglichst wenig Zeit vor Ort zu verbringen. Dennoch finde ich, dass man, wenn man mit dem Gedanken spielt, Osteuropa besuchen zu wollen, auch Weißrussland beachten sollte, das einerseits an vielen EU-Mitgliedsstaaten angrenzt, sich jedoch andererseits politisch weiterhin als Russlands kleiner Bruder sieht. Belohnt wird man mit viel Gastfreundschaft, der gerade architektonisch noch immer spürbaren Atmosphäre der Sowjetunion und günstigen Preisen, die das Land auch für Backpacker interessant machen.

6 Replies to “Weißrussland – Eine Einführung”

  1. Liebe Bettina,
    es freut mich immer wieder, wenn ich die Rückmeldung erhalte, meine Leser*innen inspiriert haben zu können 🙂 In diesem Sinne danke ich dir für die netten und motivierenden Worte!
    Viele Grüße
    Sebastian alias Japsolut

  2. Danke für diese wirklich ungewöhnliche aber auch tolle Inspiration! Ich werde mich gleich noch etwas näher mit Weißrussland beschäftigen, du hast tatsächlich meine Neugierde geweckt!

  3. Liebe Ina, ja das stimmt, das ist wirklich etwas schade. Mal sehen, ob es in den nächsten Jahren einige Verbesserungen in der Hinsicht geben wird!
    Viele Grüße nach Norwegen!

  4. Danke für deinen Kommentar Sabine! Tatsächlich ist Weißrussland nicht gerade das Reiseland Nummer 1, was schade ist, da es wirklich schöne und interessante Ecken gibt 🙂
    Dir weiterhin ein frohes Reisen!

  5. Danke für den Bericht! Weißrussland hatte ich bislang noch gar nicht auf dem Schirm …

  6. inaaltoet sagt:

    Danke für die Infos! Das es einem so schwierig gemacht wird mit dem Visum ist echt schade. Irgendwann fahren wir auch mal dahin, weil interessant sieht es auf jeden Fall aus.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    http://www.mitkindimrucksack.de

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: